Essens Stadtteile im Portrait

Ruhepol im Großstadttrubel

Ein Gelände von 13 Hektar – farblos, heruntergekommen, abgenutzt. So sah es noch vor wenigen Jahren auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs Nord aus. Modern, grün und vor allem eines: anders – so sieht das gleiche Gelände heute aus. Denn hier – inmitten des Stadtkerns, zwischen der Universität Duisburg Essen und dem Berliner Platz – entsteht seit 2011 das neue Stadtquartier „grüne Mitte Essen“. Lebendiges Wachstum statt trostlosem Stillstand. „pulsschlag“ hat für Sie das neu entstandene Viertel besucht und zeigt Ihnen, wie gut Metropole und Natur miteinander harmonieren können.

Die Atmosphäre der Essener Innenstadt beschreibt sich am besten als „Großstadtdschungel“, mit all seinen dazugehörigen Facetten. Doch inmitten des lauten Trubels offenbart sich uns ein eher stadtuntypischer Anblick: Umgeben von modernen Gebäuden befinden sich gepflegte Grünflächen, gepaart mit großzügigen Wasserläufen. Enten tummeln sich zu Lande und zu Wasser. Ein sehr idyllischer Anblick inmitten des Stadtzentrums – Kinder, die auf dem Spielplatz herumtollen oder Spaziergänger, die sich an der frischen Luft eine Auszeit gönnen. Wir befinden uns in der „grünen Mitte Essen“, dem neuen, urbanen Viertel, das zum Leben, Arbeiten und Wohnen einlädt. Man merkt schnell, der Name ist Programm.

Zwischen Großstadtflair und Entspannung

Wir befinden uns am Eingangsportal der „grünen Mitte Essen“. Hinter uns die dichtbefahrene Gladbecker Straße, um uns herum Studenten, die eilig Richtung Hörsaalzentrum huschen – andere teilen sich mit uns den Weg in Richtung Westen auf dem neu angelegten Rad- und Spazierweg. Immer wieder laden uns kleinere Brücken, die über die Wasserflächen des Parks führen, dazu ein, kurz anzuhalten.

Kurzer Zwischenstopp mit herzhaftem Belag

Auf unserem Weg entdecken wir das urbane Café „Grossstadt Deli“. Die Anglistikstudentinnen Helena und Inga verbringen hier regelmäßig ihre Unipausen. „Es ist schön mal das Campusgelände zu verlassen, wir mögen die angenehme Atmos-phäre und den leckeren Kaffee.“ Hinter der Glasvitrine steht Alex, der Besitzer des „Grossstadt Deli“ und versorgt seine Gäste. Auf der Speisekarte stehen süße Muffins, herzhafte Tagessuppen oder üppig belegte Bagel – alles frisch und hausgemacht. „Die moderne Architektur des neuen Viertels passt perfekt zu meinem Coffeshop-Foodkonzept“, erzählt Alex offenherzig, während er parallel mit frischen Säften jongliert und die nächsten Kaffees heraus gibt. Das „Grossstadt Deli“ eröffnete hier letztes Jahr im Februar und wird seitdem von einer bunten Kundschaft aus Studenten, Büroangestellten oder auch Touristen besucht. „Sie kommen als Gäste und gehen als Freunde“, verrät uns Alex mit einem Lächeln.

Grün – durch und durch

„Das persönliche Verhältnis zu den Kunden ist mir wichtig.“

Zurück an der frischen Luft führen wir unseren Spaziergang fort, vorbei an gepflegten Rasenflächen und moderner Architektur. Noch am Rande der Grünen Mitte, zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und dem Wohngebiet, sticht uns die grüne Außenfassade des Supermarktes Veganz ins Auge, ein veganer Supermarkt, der im August letzten Jahres seine Filiale in Essen eröffnete. Neben der großen veganen Produktauswahl von Brotaufstrichen und Süßwaren über Tiefkühlkost und Kosmetik bis hin zu Tierfutter, befindet sich im Laden ein Backwarentresen mit gemütlichem Caféambiente. Hier kann nach der Einkaufstour der Sojalatte mit einem leckeren Stück veganem Kuchen, frischem Salat oder hausgemachter Suppe genossen werden. Ein grüner Laden im grünen Viertel – das kann doch kein Zufall sein? Oliver Joosten, selbst gebürtiger Essener und Geschäftsführer des Essener Veganz, erzählt uns, dass die Lage bewusst gewählt ist. Denn neben dem angrenzenden Wohngebiet, liegt der Laden zentral zwischen Innenstadt und Universität und zieht somit eine breit gefächerte Kundschaft an. Zwischen der bunten Obstund Gemüsevielfalt stoßen wir auf den Filialleiter Mattias Wilken, der uns erzählt, was Veganz für ihn ausmacht. Ihm geht es nicht vordergründig darum, vegane Produkte an den Kunden zu bringen, sondern vielmehr um den ökologischen Grundgedanken und die Aufklärung nach außen. Er betont, dass es in erster Linie darum gehe, eine Alternative zur kommerziellen Lebensmittelindustrie zu schaffen. Das persönliche Verhältnis zu den Kunden ist wichtig – gerne berät und führt er seine Kunden durch die vegane Produktvielfalt.

Die grüne Mitte kann sich sehen lassen

Wieder draußen, zwischen Parkbänken und Grünflächen fällt es leicht, sich den näher rückenden Sommer in der grünen Mitte vorzustellen, trotz immer noch teilweise bestehender Baustellen. Die modernen Wohnhäuser mit ihren großzügigen Terrassen laden zu Sonnenbädern und geselligen Grillabenden ein. Spielplätze, Wasserflächen und Wiesen erzählen von planschenden Kindern und Picknickausflügen. Eine grüne Oase für Bewohner und Besucher, welche Entspannung und Verschnaufpausen im Essener Großstadtleben ermöglicht.

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