Das Unperfekthaus

Mit dem Mut zum Unperfekten

Alternativ und charmant: Eine Mischung aus kreativer Oase und unbefangenem Lokal. Im Zentrum von Essen befindet sich das Unperfekthaus – ein Ort voller Kunst und Kultur, ein Ort, an dem sich Kreative treffen und interessierte Besucher diesen Kreativen über die Schulter schauen können – ein Ort für jedermann.

Der erste Eindruck ist bunt – schon von außen wirkt das Haus „besonders“. Hinter den Mauern verbirgt sich auf sieben Etagen ein innovatives Konzept: Der Leitfaden des Unperfekthauses (UpH) ist, altruistisches Handeln mit Eigennutz zu verbinden und als wirtschaftlich unabhängiges Projekt einen gesellschaftlichen Mehrwert zu erzeugen. „Gutes tun und damit Geld verdienen!“ erklärt Susanne Kampling, Künstlerin und Kreativleiterin des Hauses. Sie nahm sich Zeit, uns mit allen Facetten des 4000m² großen Künstlerdorfes vertraut zu machen.

1.298 Projekte – und noch mehr Facetten

Das Unperfekthaus wurde im Jahr 2004 von Reinhard Wiesemann gegründet. Wo zu Beginn nur eine Idee in der Luft lag, entwickelte sich über die Jahre eine Community, die den Charme des Hauses nicht nur ermöglicht, sondern selbst lebt. So hat sich aus dem früheren Franziskanerkloster ein authentisches Gesamt-Kunstwerk mit mittlerweile 1.298 Projekten entwickelt und eine ‚unperfekt‘- Nachbarschaft etabliert; neben dem neuen Unperfekt-Hotel gibt es das „alt-A“-Café und die Kreuzeskirche, die allesamt das Grundkonzept des UpH inne haben. Getreu dem Motto: „Failure is the key to success“ basiert die Erfolgsgeschichte des Hauses auf dem Mut zum Unperfekten. „Hürden gibt es hier nicht“, erklärt Susanne Kampling. „Da das Haus einzigartig ist und es kein ähnliches Konzept gibt, muss man Fehler machen und alles selbst neu erfinden. Und gerade darin liegt die Bereicherung, solange man aus den Fehlern lernt“.

Ob arbeiten, essen, schlafen oder Spaß haben – das Unperfekthaus bietet für jede Nachfrage das passende Angebot

„Das Unperfekthaus bietet Ressourcen und eigenständige kreative Menschen entwickeln eigenständige kreative Projekte“

Es ist schwierig, das Konzept des Hauses in Worte zu fassen, denn es ist vor allem eins: facettenreich. Eine besonders wichtige Rolle spielen die Besucher. Sie sind wesentlicher Bestandteil der Projektfinanzierung. Das Haus erhebt keinen Anspruch auf Gewinnanteile oder Provisionen, sondern verlangt lediglich einen Eintrittspreis. Dieser ist obligatorisch für alle, sei es interessierter Tagesgast, Seminarbesucher oder Künstler – und richtet sich nach Zeit des Aufenthalts. Im Gegenzug erhält man eine Getränke- Flatrate und die Möglichkeit alle Räumlichkeiten, Materialien und alles, was zur freien Verfügung steht, zu nutzen. Der öffentliche Zugang ermöglicht neugierigen Köpfen eine abwechslungsreiche Zeit und Kreativen die Möglichkeit zum Austausch und Umsetzung ihrer Projekte. „Die Projekte in unserem Haus sind alle selbstständig. Das UpH bietet Ressourcen und eigenständige kreative Menschen entwickeln eigenständige kreative Projekte“, erklärt die Kreativleiterin. Künstler profitieren von den freien Räumen und Werkstätten, in denen sie arbeiten und ihre Kunststücke ausstellen und verkaufen können.

Wer das alles selbst erleben möchte, kann dies auf eigene Faust tun oder eine kleine, persönliche Tour vereinbaren. Die vielen Facetten legen nahe, dass man Zeit braucht, um das Haus zu erleben, denn jede der sieben Etagen bietet auf ganz eigene Art und Weise etwas Neues. Die Erlebnisreise beginnt bereits im Keller, der auf kleinstem Raum die unterschiedlichsten Kreativprojekte vereint – und zieht sich durch das ganze Haus bis nach oben zur Dachterrasse, die speziell im Sommer sehr beliebt ist. Auf dem Weg bieten Ausstellungen, Wandmalereien und Vitrinen immer wieder neue Eindrücke und Inspirationen.

Zu guter Letzt besteht die Möglichkeit, die Hallen des Hauses für Veranstaltungen zu mieten, zum Beispiel für Seminare, Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten. Und nach einer durchgefeierten oder auch durchgearbeiteten Nacht bietet das Haus Übernachtungsmöglichkeiten: Die „Un-WG‘, die in das Haus integriert ist und wird exklusiv an größere Gruppen vermietet.

Egal, ob als Gast, als Macher oder als kreativer Kopf: Im Unperfekthaus gibt es fast nichts, was es nicht gibt – und stets: Mit dem Mut zum Unperfekten.

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