pulsschlag.tvGesund & AktivKörper & GeistMehr als nur Bilder: Der Blick in den Körper
Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Mehr als nur Bilder: Der Blick in den Körper

Die Radiologie ist der medizinische Fachbereich, der sich mit der Bildgebung zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken befasst. Durch den Blick ins Körperinnere kann festgestellt werden, wo das Problem liegt und was die Ursache der Erkrankung ist. Erst wenn die Erkrankung diagnostiziert ist, kann die Therapie starten. „Wir nehmen uns Zeit, bis wir die richtige Antwort auf die Beschwerden des Patienten geben können“, sagt Prof. Dr. med. Jens- Albrecht Koch, Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an den Kliniken Essen-Mitte. „Für einen Patienten kann eine sichere Diagnose 100 Prozent leben oder nicht leben bedeuten“, betont der Direktor.

Ein typischer Ablauf: Der Patient kommt in ein Krankenhaus oder wird von seinem Hausarzt überwiesen. Um die Ursache der Beschwerden zu finden, wird in der Radiologie ein Befund mittels bildgebender Verfahren erstellt. Hatte der Patient beispielsweise einen Unfall und Knochen sind gebrochen, entscheidet der Radiologe oft mit, ob eine Operation nötig ist. Besteht der Verdacht auf eine Tumorerkrankung, wird der Radiologe zur Abklärung des Befundes zurate gezogen. Erst dann entscheidet sich, wie der Behandlungsverlauf weiter geht und in welchem medizinischen Fachbereich der Patient am besten aufgehoben ist.

Die Nabe in diesem Rad ist die Radiologie

„Die Radiologie können Sie so sehen“, erklärt Koch. „Stellen Sie sich ein Rad vor – in der Mitte die Nabe, rundherum die Speichen. Die Nabe in diesem Rad ist die Radiologie, die Speichen sind die vielen anderen Fachabteilungen, die von der Radiologie einen Befund entsprechend der durchgeführten Untersuchung möglichst zeitnah erhalten.“ In diesem großen medizinischen Konstrukt fühlt sich der Patient oft hilflos. Hier kommt dem Radiologen die wichtige Aufgabe der ‚Patientenmoderation‘ zu, wie Koch beschreibt: „Wir sprechen Empfehlungen aus, welche Anlaufstelle die Patienten als nächstes aufsuchen sollten. Wir bieten ihnen Orientierung.“ Patientenmoderation – das bedeutet eine Schnittstelle zwischen dem Patienten und allen medizinischen Fachabteilungen zu sein – die Nabe in der Mitte des Rads.

Dem Patienten Orientierung bieten

Konventionelle Röntgenuntersuchungen, angiographische und computertomographische Untersuchungen, kernspintomographische und nuklearmedizinische Untersuchungen – allein die Begrifflichkeiten können für den Patienten schwer verständlich sein. Ein Blick in den Kopf, ein Blick in die Lunge, die Leber, die Nieren – fast jeder Winkel im Inneren des menschlichen Körpers kann mit Hilfe von Bildern sichtbar gemacht werden. Und ohne Bilder ist eine Diagnose vieler Krankheiten nicht möglich.

Von der Diagnostik zur Therapie – die Weiterentwicklung der Radiologie

Diese Möglichkeit ‚in den Körper blicken zu können‘, wird seit vielen Jahren nicht nur zur Diagnostik, sondern auch zur Therapie genutzt. In den letzten Jahren hat sich das Fachgebiet der Radiologie maßgeblich weiterentwickelt. Heutzutage ist die interventionelle, mikro-invasive Radiologie ein wichtiger Teilbereich, in dem der radiologisch- therapeutische Einsatz eine immer größere Rolle spielt. Die Kliniken Essen-Mitte bieten eine große onkologische Kompetenz. Demzufolge ist ein Schwerpunkt der Klinik onkologische Interventionen und regionale Tumortherapien durchzuführen. Damit kann der Krebserkrankung entgegen gewirkt werden. „In diesem Bereich führen wir 500 bis 600 Interventionen im Jahr durch“, erklärt Koch.

100 Prozent leben oder nicht leben – durch modernste Technologien

Für alle Untersuchungen und Therapien in der Radiologie sind die Geräte eine wichtige Voraussetzung. Es werden Geräte auf technisch höchstem Niveau benötigt, die eine sichere Diagnose ermöglichen. Gleichzeitig kommt es auf die Kompetenz der Menschen an, die die Geräte bedienen. „Die Medizin ist eine evidenz- und erfahrungsbasierte Wissenschaft“, erläutert Koch. „Durch die Kombination aus modernsten Geräten und kompetenten Mitarbeitern, die sich Zeit für den Patienten nehmen, kann die richtige Diagnose gefunden werden. Und dann kann der Patient die richtige Therapie bekommen.“ 100 Prozent leben – das kann neben den klinischen Bereichen auch der Fachbereich der diagnostischen und interventionellen Radiologie für den Patienten bedeuten.

Was ist Interventionelle Radiologie?

Die interventionelle Radiologie ist ein noch relativ junges Teilgebiet der Radiologie, das sich mit therapeutischen Eingriffen befasst. Im Gegensatz zur diagnostischen Radiologie geht es hier nicht um die Erkennung von Erkrankungen, sondern um die aktive Behandlung. Die therapeutischen Maßnahmen werden mit Hilfe radiologischer Technik durchgeführt, sodass der Radiologe während des Eingriffs sein Vorgehen mittels bildgebender Verfahren kontrollieren kann.

Foto: Galle77 / photocase.de

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