Essens Stadtteile im Portrait

Die heimliche Innenstadt

Freundlich, lebendig und vielfältig, das ist Rüttenscheid. Mit 29.000 Einwohnern ist Rüttenscheid der zweitgrößte Essener Stadtteil. Südlich der Innenstadt bietet die Rüttenscheider Straße, das Herzstück Rüttenscheids, perfekte Einkaufs-, Ausgeh- und Freizeitmöglichkeiten. Wir zeigen, was das Szeneviertel so besonders macht.

Unsere Tour beginnt an der Ecke zur Martinstraße. Dort haben sich zahlreiche kleine Boutiquen, Restaurants und Cafés angesiedelt, die zum Bummeln und Verweilen einladen. Für den feinen Gaumen ist Rüttenscheid ein Schlaraffenland. Statt mit Gastronomieketten besticht Rüttenscheid mit seiner persönlichen Note und hohen Produktqualität. So auch das Süßwarengeschäft Feines von Fine.

Ein Schlaraffenland für den feinen Gaumen

Wir betreten das kleine Lädchen zwischen Arztpraxis und Sandwichladen und stehen vor edelsten Pralinen und kleinen Geschenkartikeln der Stadt. Es riecht fruchtig nach Rooibusch. Im Schaufenster sieht man buntverzierte Tees, Teetassen und Schokolade.

„Man hat hier einfach alles.“

Zurück auf der Straße treffen wir auf die 27-jährige Susanne Berg. Wir wollen von ihr wissen, was Rüttenscheid so besonders macht. „Ich würde nicht gerne woanders wohnen. Hier ist es freundlich und zentral. Man ist schnell am Hauptbahnhof und schnell im Essener Süden.“ Richtig, denn die rund zwei Kilometer lange Rü – wie die Rüttenscheider Straße liebevoll genannt wird – führt im Süden nach Essen Bredeney. „Man hat hier einfach alles. Wenn man in einem der anderen Stadtteile wohnt, dann muss man immer in die Innenstadt, wenn man was braucht oder erleben will. Hier ist alles direkt vor Ort“, sagt sie und schickt uns weiter die Flaniermeile herunter zum Café miamamia.

Die persönliche Note von Rüttenscheid

Das Café gibt es deutschlandweit nur zweimal – und beide befinden sich in Essen. Von außen begrüßt uns das Schild „Wir lieben guten Caffé“ mit rosa Herzchen und Smiley. Das klingt vielversprechend. Das romantisch verspielte Design von miamamia spiegelt sich konsequent in der Inneneinrichtung wieder. Große verschnörkelte Kronleuchter, rustikale Holzwände und blumig verzierte Schiefertafeln mit saisonalen Angeboten versprühen einen gewissen Hipster- Charme. Auf der Speisekarte an der Wand stehen neben süßen Kalorienbomben herzhafte Baguettes und Salate. Vor allem die leckeren Cupcakes hinter der Glasvitrine lassen Naschkatzen- Herzen höher schlagen. „Man trifft sich hier zum gemütlichen Plausch unter Freunden“, verraten uns die Freundinnen Maike und Johanna, gestehen aber mit einem Lächeln auf den Lippen, „es ist hier zugegeben schon ein wenig kitschig, vielleicht nichts für Männer, aber deshalb eben ein zuckersüßes Mädchen- Café“. Es sind Cafés wie dieses, die die hohe Attraktivität Rüttenscheids ausmachen.

Für Schaufensterbummler, Feinschmecker und Nachtschwärmer

Neben der Innenstadt ist Rüttenscheid das Ausgehviertel Nummer 1. Nicht nur Diskotheken und Clubs, sondern auch Kneipen und Bars haben sich auf der Rüttenscheider Straße angesiedelt. Wegen der Gastro-Vielfalt und der Exklusivität, die der Stadtteil versprüht, vergleichen sich die Einwohner gerne mit der Düsseldorfer Kö wie uns Mitdreißiger Mario erklärt: „Rüttenscheid ist mächtig gewachsen. Wir sind Essener – aber verzogene Essener. Nicht, dass wir unerzogen sind, wir verstehen uns eher als Klein-Düsseldorf.“ Für den späten Abend empfiehlt er uns einen Abstecher ins Rüttenscheider Kneipenviertel – zum Beispiel den Fritzpatrick’s Irish Pub am Giradethaus. Am ehemaligen Drucks- und Verlagshaus kann man im urig-irischen Ambiente ein kühles Guinness oder Kilkenny Bier genießen. Dazu gibt es Hamburger und Bratkartoffeln mit Speck und Frühlingszwiebeln.

Wenn die Sonne untergeht…

Nicht weit vom Giradethaus und dem Restaurant Eigelstein erstreckt sich die Gruga. Die grüne Oase der Essener City fasst rund 700.000 qm und kann von der Rüttenscheider Straße bequem zu Fuß erreicht werden. Ob ein Spaziergang zu den Rosengärten, Erholung auf der Sonnenwiese, im Streichelzoo oder der Bimmelbahn mit oder ohne Kinder, das Naherholungsgebiet Gruga hat vieles zu bieten. Wenn am Abend die Sonne untergeht, kann man hier, weitab der befahrenen Straßen, den Abend in Ruhe ausklingen lassen. Man muss wirklich gestehen: wer in Rüttenscheid wohnt, der braucht eigentlich nicht mehr weg. Auf der Rü findet sich alles, was das Herz begehrt – und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Wer den charmanten Stadtteil lieben gelernt hat, egal ob als Schaufensterbummler, Feinschmecker oder Partygänger, kommt bestimmt öfter her.

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