Brücken bauen über mentale Gräben
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Integrative Onkologie

Brücken bauen über mentale Gräben

Fast jede Minute erfährt in Deutschland ein Mensch, dass ein bösartiger Tumor in seinem Körper wächst. Diese Minute musste auch Henning S. (*Name von der Redaktion geändert) erleben. Seitdem ist sein Leben nicht mehr, wie es vorher war. In den Kliniken Essen-Mitte (KEM) wird er integrativ onkologisch behandelt. Konventionelle Therapien bekämpfen den Krebs, naturheilkundliche Therapien helfen die Nebenwirkungen und psychischen Belastungen zu vermindern, die mit der Erkrankung einher gehen.

Im Mai dieses Jahres wurde bei Henning S. ein Pankreaskarzinom festgestellt – Bauchspeicheldrüsenkrebs. „Erst war es nur der Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung“, erinnert sich Henning S. „Die Diagnose war ein Schock. Der Krebs, den ich habe, ist nicht heilbar. Von dem Gespräch mit dem Arzt weiß ich nicht mehr viel. Es war wie ein Blackout. Zum Glück war meine Frau da, die mir davon berichten konnte.“ Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine immer häufiger diagnostizierte Erkrankung – sie stellt die vierthäufigste Todesursache durch Krebs dar. Meist trifft es Männer zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr. Henning S. ist erst 39.

Die Überforderung: Wie geht es jetzt weiter?

„Nach der Diagnose war ich überfordert. Von allen Seiten kamen Ratschläge. In der Literatur gibt es unzählige Wegweiser, die zum Teil völlig gegenläufig sind. Das hat mich unsicher und fast verrückt gemacht“, erzählt Henning S. Dann sind ihm die Kliniken Essen-Mitte empfohlen worden. Seitdem ist er dort in Behandlung und bekommt eine Chemotherapie.

Konzept auf Basis von neuesten wissenschaftlichen Daten

Zusätzlich zur Chemotherapie nimmt Henning S. das Angebot der Integrativen Onkologie in Anspruch. Das Konzept zielt darauf ab, konventionelle Schulmedizin und wissenschaftlich geprüfte Naturheilkunde miteinander zu verbinden. Dabei arbeiten Schulmediziner und Naturheilkundler Hand in Hand und ergänzen sich in gegenseitiger Absprache. „Mit dem Konzept haben die KEM ein einzigartiges Angebot, das deutschlandweit seinesgleichen sucht“, sagt Dr. med. Markus Zillgens, Facharzt für Innere Medizin, Naturheilverfahren und zuständig für die Integrative Onkologie in der Klinik für Internistische Onkologie und Hämatologie. In der Integrativen Onkologie wird die Naturheilkunde ergänzend zu konventionellen Therapien angeboten – nicht stattdessen. „Die naturheilkundlichen Ansätze sollen sowohl Nebenwirkungen der konventionellen Therapie lindern als auch die Symptome, die der Tumor verursacht“, sagt Prof. Dr. med. Michael Stahl, Direktor der Klinik für Onkologie und Hämatologie, der als Schulmediziner vom integrativen Ansatz überzeugt ist.

„Es hat mir sehr viel Sicherheit zurückgegeben.“

Auch Henning S. ist überzeugt. Eine seiner größten Sorgen war es, angeblich hilfreiche Präparate zu sich zu nehmen, die kontraproduktiv auf die Chemotherapie wirken. „Viele Patienten haben Angst, dass die Chemo nicht hilft. Dann suchen sie nach Dingen, um selbst aktiv werden zu können“, sagt Zillgens. Doch nicht alles, was empfohlen wird, ist hilfreich – oft sogar im Gegenteil: Manche Mittel können die Chemotherapie aushebeln, da die Wechselwirkungen bei nahezu allen pflanzlichen Mitteln unklar sind. Der Laie kann den Nutzen der Pflanzensubstanzen oft nicht richtig einschätzen. „Wir beraten unsere Patienten und beugen der risikoreichen Selbstmedikation vor. Unser Angebot gründet sich auf Wissen und Wissenschaft“, so Stahl.

Die Hilfe zur Selbsthilfe: Was kann ich selber tun?

An den KEM werden komplementäre und konservative Therapien in einem Gesamtbehandlungskonzept zur Krebsbekämpfung eingesetzt – dazu zählen neben den konventionellen Verfahren (Chemo- und/oder Strahlentherapie, Operation etc.) auch Maßnahmen aus der Naturheilkunde, Mind-Body-Medizin und Akupunktur. Durch diese ganzheitliche Behandlung wird die Lebensqualität und zum Teil auch die Prognose von Krebspatienten bewiesenermaßen verbessert. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die naturheilkundliche Tagesklinik. Hier wird Patienten vermittelt, Selbstfürsorge zu lernen und Selbstfürsorge zu leben. „Patienten haben die Möglichkeit selbst aktiv zu werden“, erklärt Zillgens. „Wird der Patient aktiv, kann er viel bewegen. Für seine eigene Lebensqualität.“ Es werden Verhaltensweisen eingeübt, die dem Patienten im Alltag helfen können – dies reicht von Ernährungstipps über Entspannungs- und Bewegungsübungen bis hin zu Lebensstilberatungen. „Wir wollen den Patienten eine wertschätzende und akzeptierende Haltung gegenüber sich selbst und gegenüber der Krankheit vermitteln. Es geht um das Leben in diesem Moment. Denn nur der Moment ist der, den wir gestalten können. Nicht die Vergangenheit und nicht die Zukunft“, erklärt Kristina Hugen, Therapeutin der Mind-Body-Medizin. Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten spielt eine große Rolle.„Hier habe ich Ansprechpartner, die mir über meine Unsicherheit und Überforderung hinweg helfen. Ich weiß ganz genau, dass alle ergänzenden Maßnahmen auf meine Chemotherapie abgestimmt sind“, berichtet Henning S.

„Ich habe hier Ansprechpartner gefunden, die mir über meine Unsicherheit und Überforderung hinweg helfen.”

Mit der Diagnose umgehen können

Das Gesamtbehandlungspaket – die konsequente Verbindung von Schulmedizin und Naturheilkunde – ist für Henning S. eine große Stütze zur Bewältigung der Diagnose. Zu diesem Gesamtpaket zählt auch das psychoonkologische Angebot für Patienten und Angehörige. Denn der Umgang mit der Diagnose ist schwer – lautet er ‚unheilbar‘, ist nichts mehr wie es vorher war. „Da tun sich mentale Gräben auf“, weiß Henning S. „Das Team der Kliniken Essen-Mitte hat mir und meiner Frau geholfen, Brücken über diese Gräben zu bauen. Ich weiß, dass ich hier in den besten Händen Deutschlands bin. Und das ist ein gutes Gefühl.“

Foto: Stock photo © baona

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