Im Gespräch mit

Bäcker Klaus Peter

Das Familienunternehmen „Bäcker Peter“ ist seit 1910 fester Bestandteil der Region Essen. Neben dem Backhandwerk spielt soziales Engagement für das Unternehmen eine große Rolle. Wir haben Bäckermeister Klaus Peter gefragt, was für ihn das Besondere an Essen ist und warum es sich lohnt, sich für die Region zu engagieren.

Herr Peter, die Bäckerei und Konditorei Ihrer Familie ist seit über 100 Jahren fest mit der Region verwurzelt. Was macht für Sie Essen und das Ruhrgebiet aus?

Für mich ist das Ruhrgebiet, und damit auch Essen, ein Schmelztiegel der Kulturen. Und das schon seit Generationen. Das führt zu einer einzigartigen Kultur, zu einem ganz eigenen Lebensgefühl. Für mich schlägt im Ruhrgebiet ganz klar das Herz der Republik. Nirgendwo sonst.

Ihr Familienunternehmen besteht mittlerweile seit vier Generationen. Was ist das Erfolgsrezept Ihrer Familie?

Da kommen verschiedenen Faktoren zusammen. Zu den wesentlichen Aspekten zähle ich auf jeden Fall Vorsicht, Verständnis, Weitsicht und Fleiß. Und ohne eine gewisse Portion Glück geht es manchmal auch nicht.

Wie gelingt es die Tradition noch heute weiterzuführen?

Die Rezeptbücher von unserem Großvater und Vater, die unser Familienunternehmen aufgebaut haben, gibt es immer noch. Und sie liegen immer noch in Griffweite. So ziemlich alle Produkte basieren auf diesem traditionellen Wissen. Natürlich entwickeln wir unsere Produkte auf Basis neuen Wissens stetig weiter, aber die Tradition steckt in jedem Brot, jedem Brötchen und jedem Stück Kuchen.

Haben Sie persönlich ein Lieblingsgebäck?

Ich mag die Abwechslung. Mal darf es süß sein, dann wieder herzhaft. Letztendlich „muss“ ich mich aber täglich durch das Sortiment futtern. Alle Produkte werden täglich geprüft. Und dazu gehört nicht nur ein kritischer Blick, sondern auch ein klassisches Probieren.

Backen ist Handwerk. Doch auch die Technik wird immer besser. Wie viel Raum bleibt da für traditionelles Handwerk?

Moderne Technik hilft nur da, wo ich mein Handwerk verstehe. Eine hohe Fachkompetenz ist der Schlüssel zu besten Produkten. Die Technik kann dabei unterstützen, aber ersetzt niemals die handwerkliche Kompetenz. Deswegen wird bei uns ganz klassisch von der Pike auf gelernt.

Seit Januar bieten Sie Ihren eigenen Kaffee an. Was macht den Kaffee so besonders?

Diesen Kaffee gibt es wirklich nur bei uns. Dafür haben wir uns für die Zusammenarbeit mit einer Gruppe Kleinbauern aus Nicaragua entschieden. Bei diesen Bauern kaufen wir den Kaffee direkt ein, ohne Umwege, zu einem Preis, der den Bauern wirtschaftliche Sicherheit bietet. Sie können dank der Zusammenarbeit in Dinge wie Gesundheitsversorgung und Bildung investieren. Und das überprüfen wir auch. Dazu wird der Kaffee im absolut schonenden Einklang mit der Natur angebaut. Also: Unser Kaffee ist der komplette Gegenentwurf zur Massenproduktion.

Welche Eindrücke konnten Sie bei Ihrem Besuch in Nicaragua sammeln?

Nicaragua ein landschaftlich faszinierendes, allerdings extrem armes Land. Die Menschen sind unfassbar freundlich und bescheiden, von denen können wir in vielerlei Hinsicht lernen.

Ihr Unternehmen engagiert sich in vielen sozialen Projekten.

Was ist Ihnen an diesem sozialen Engagement besonders wichtig? Wichtig ist uns bei allen Projekten die Nachhaltigkeit. Wir machen diese Dinge nicht, damit wir ein einmaliges mediales Echo erzielen, sondern weil wir langfristig etwas bewegen möchten. Das empfinden wir schlicht und ergreifend als unsere gesellschaftliche Verantwortung als Familienunternehmen. Dazu ist es uns wichtig, möglichst viele Menschen in die Projekte mit einzubinden. Je mehr Menschen etwas tun, desto besser.

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