112 – Was bei einem Notruf passiert
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Interview

112 – Was bei einem Notruf passiert

In der Integrierten Leitstelle (ILS) der Feuerwehr gehen alle Anrufe der Notrufnummer 112 ein. Wählt man bei einem Notfall diese europaweit einheitliche Rufnummer, wird man automatisch an die, in seinem Gebiet zuständige ILS weitergeleitet. In der Leitstelle Essen, im Lage- und Logistikzentrum auf der Feuerwache 1, laufen alle Meldungen, die über Notrufeinrichtungen, Telefon, Brandmeldeanlagen, Funk oder Fax ankommen, zusammen – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Ausschließlich Feuerwehrbeamte mit langjähriger Praxiserfahrung im Brandschutz- und Rettungsdienst nehmen die Anrufe entgegen.

Dipl.-Ing. Ulrich Bogdahn, Direktor und Amtsleiter der Feuerwehr Essen Im Interview:

Wie viele Anrufe gehen bei Ihnen jeden Tag in der Leitstelle ein?

Ulrich Bogdahn: „Wir fahren durchschnittlich 380 Einsätze pro Tag. Anrufe gehen aber etwa zehn Mal so viele täglich bei uns in der Leitstelle ein. Das bedeutet einen großen logistischen Aufwand. Denn nach dem Eingang eines Notrufes ist es unser Anspruch, in höchstens acht Minuten am Ort des Notfalls zu sein.

Welche Informationen sind bei einem eingehenden Notruf die wichtigsten?

Ulrich Bogdahn: „Das allerwichtigste ist, dass der Anrufer auf die präzisen Fragen antwortet, die ihm der Feuerwehrbeamte am anderen Ende des Telefons stellt. Denn der Beamte weiß genau, welche Informationen er schnell benötigt. Er fragt unter anderem nach dem ‚Wo‘ und nach dem ‚Was‘. Aber auch Name und Telefonnummer des Anrufers sind für einen eventuellen Rückruf wichtig.“

Was passiert ab dem Klingeln des Telefons bis zum Eintreffen der Rettungssanitäter am Ort des Notfalls?

Ulrich Bogdahn: „Per Headset nimmt der Feuerwehrbeamte den Notruf entgegen und gibt gleichzeitig alle relevanten Informationen in ein spezielles Programm ein. Dieses Programm zeigt ihm, welche Wache für den Notfall zuständig ist und er bekommt einen Vorschlag für das Fahrzeug, welches am nächsten am Einsatzort ist. In Essen gibt es sieben Notarzt-Standorte. Der Feuerwehrbeamte kategorisiert den Notruf, zum Beispiel in die Kategorie Krankentransport, Rettungsdienst oder Brandschutz. Die Rettungssanitäter werden dann per Pager über den Ort und die Kategorie des Notrufs informiert und machen sich auf dem schnellsten Weg zur Einsatzstelle.“

Erfahren Sie, was aus den Notrufen geworden ist?

Ulrich Bogdahn: „Unser Funkmeldesystem überwacht alle Einsätze. Wir können auf unseren Bildschirmen verfolgen, wo unsere Fahrzeuge im Einsatz sind. Wir in der Leitstelle sehen, dass ein Wagen unterwegs ist und wir sehen auch, wann er im Krankenhaus ankommt. Wir wissen immer genau, wo unsere Autos gerade sind. Wenn ein Transport generiert ist, schalten sich die Rettungssanitäter im Krankenhaus wieder frei, um für den nächsten Einsatz in der Nähe verfügbar zu sein. So weiß auch die Leitstelle, dass der Patient im Krankenhaus angekommen ist.“

Foto: Stock photo © SeanShot

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