Dr. Thomas Stauder
Im Gespräch mit

Dr. Thomas Stauder

Die Privatbrauerei Stauder blickt auf eine 147-jährige Geschichte zurück – 147 Jahre mitten im Ruhrgebiet, mitten in Essen. Heute führen die Cousins Dr. Thomas Stauder und Axel Stauder das Familienunternehmen. Im pulsschlag-Interview berichtet Dr. Thomas Stauder, warum Stauder und das Ruhrgebiet so gut zusammenpassen.

Herr Dr. Stauder, herzlichen Glückwunsch zum Marketing-Preis „Tacken“, der Ihnen vor wenigen Wochen vom Marketing Club Essen verliehen wurde. Was bedeutet Ihnen als Revier-Brauerei ein Marketingpreis aus dem Ruhrgebiet?

Wir haben uns sehr über den Preis gefreut, der eine Anerkennung unserer Arbeit ist. Der Tacken ist ein Ruhrgebietspreis, mit dem wir uns gut identifizieren können. Er beweist, dass unsere ehrliche Kommunikation „ankommt“, eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit.

In Ihrer Werbekampagne stehen Sie und Ihr Cousin Axel Stauder selbst prägnant in der Öffentlichkeit. Was hat Sie dazu bewogen?

Wir wollten uns bewusst von den Großbrauereien abgrenzen. Wir wollten die Menschen mit einer Botschaft, mit unseren Werten erreichen. Unsere Grundwerte, die uns von Großbrauereien unterscheiden, sind die Qualität unseres Bieres, der enge Verbund als Familienunternehmen und die Bindung an die Region. Diese Werte wollen wir offensiv vermitteln – und zwar persönlich. Daraus ist die Kampagne auf den grünen Sofas entstanden.

Wie muss man sich als regional verwurzelte Familienbrauerei aufstellen, um mit der großen Konkurrenz am Biermarkt mitzuhalten?

Das wichtige ist, dass wir unsere Stärken ausspielen: dass wir als Familie auftreten können, dass wir hier verwurzelt sind und diese Stärken glaubwürdig darstellen. Das sind Dinge, die die Großen nicht nachmachen können. Wie haben Sie es geschafft sich als Ruhrgebietsbrauerei in ganz Deutschland zu präsentieren? Das ist eine weitere Dimension unserer Strategie. Wir sind eine hochwertige Gastronomiemarke und gelten in ganz Deutschland als Geheimtipp. Wir haben viele Kunden in ganz Deutschland. Diese Kunden verfeinern mit unserer Marke ihr Sortiment und im Gegenzug haben wir die Referenzwirkung und können sagen: Wer Stauder ausschenkt, ist in guter Gesellschaft.

Wie stellen Sie sich die Zukunft von Stauder vor? Welche Projekte, welche Visionen, welche Ziele haben Sie – gerade hier im Ruhrgebiet?

In Zukunft wollen wir für das zentrale Ruhrgebiet – besonders für unsere Nachbarstädte – die Heimatbrauerei werden. Diesen Status haben wir in Essen bereits gut erreicht, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Ein weiterer Schritt ist in dem Zusammenhang auch die Neueinführung von „Stauder Ruhrtyp“ – ein Ruhrgebiets-Klassiker mit vollmundigem Geschmack und süffiger Eleganz.

Interessant, was genau macht „Stauder Ruhrtyp“ aus?

Bereits seit langem gab es in unserem Sortiment das Export-Bier „Stauder Spezial“. Bis in die 60er Jahre war Export-Bier das Standard-Bier im Ruhrgebiet. In den 70er Jahren wurde es durch die Pilswelle immer stärker zurückgedrängt und fristete seitdem ein Dornröschendasein. Doch das ist viel zu schade für dieses schöne Bier. Mit dem „Stauder Ruhrtyp“ wollen wir dem ruhrgebietstypischen Exportbier neues Leben einhauchen.

Sie sind in der Region, in Essen tief verwurzelt. Was schätzen Sie an Ihrem Standort besonders?

Der Standort Essen ist zunächst einfach unsere Heimat. Unser Unternehmen wurde hier 1867 gegründet, wir sind seit 147 Jahren vor Ort. An keinem anderen Ort der Welt könnten wir so glaubwürdig sagen: „Wir sind hier zu Hause.“ Daneben ist die Region ein sehr interessanter Ballungsraum. Essen ist das Herz des Ruhrgebiets. Rundherum kann man Millionen von Menschen erreichen. Das ist beispiellos in Deutschland. Sehr positiv empfinden wir die Mentalität der Menschen, die Offenheit im Umgang mit neuen Themen, wie man mit Neuankömmlingen umgeht, die Begeisterung, mit der man sich auf lokale und regionale Themen stürzt, dass selbst zu einem Viertliga-Fußballverein Rot-Weiß-Essen die Liebe, die Begeisterung hoch gehalten wird – in dieser Form gäbe es das in keiner anderen Stadt.

All das mündet in Ihrem Claim „Ehrlich wie das Ruhrgebiet“?

Ja, genau damit spezifizieren wir uns. Mit dieser offenen Mentalität, die hier vorherrscht. Die passt zum Ruhrgebiet und die passt zu unserem Unternehmen. Deshalb fühlen wir uns hier so wohl.

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