Henning Baum
Im Gespräch mit

Henning Baum

In der Serie ‚Der letzte Bulle‘ spielt er den starken Ruhrpott-Cop – im pulsschlag-Interview erzählt der gebürtige Essener, warum es wichtig ist, dass die Starken den Schwachen helfen, was das Ruhrgebiet so besonders macht und worauf sich die Zuschauer in der nächsten Staffel seiner Serie freuen dürfen.

Herr Baum, seit 2010 sind Sie auf SAT.1 in der Serie ‚Der letzte Bulle‘ zu sehen. Die Handlung spielt in und um Essen – die Stadt in der Sie geboren sind und in der Sie leben. Was macht für Sie Essen und den ‚Ruhrpott‘ aus?

„Das Ruhrgebiet wirkt manchmal wie ein eigenes Land, mit eigener Kultur. Es hat etwas Unaufgeregtes, manchmal fast schon Cooles in seiner Eigenart.“

In der Serie sind Sie als Ruhrpott-Cop und Macho Mick Brisgau bekannt, der seine klaren Prinzipien hat – gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Ihrer Rolle?

„Eine gute Rolle, ein Charakter muss  immer Schnittmengen mit dem Schauspieler bilden, sonst wird es nicht lebendig. Es ist die Aufgabe des Schauspielers danach zu suchen.“

Ihre Rolle Mick Brisgau lag zwanzig Jahre im Koma. Dadurch fehlen ihm diese Jahre seines Lebens und er hinkt der Zeit in vielen Punkten hinterher. Mit neuer Technik und neuen Innovationen kann er meist nicht viel anfangen. Wie stehen Sie persönlich zu neuen technischen Entwicklungen?

„Wir haben es ja selbst in der Hand wie viel Technik wir in unser Leben lassen. Entscheidend ist, dass sie uns dient und nicht umgekehrt. Bei so manchem Zeitgenossen hat es ja fast schon etwas Fürsorgliches, wie intensiv er sich um sein Handy kümmert.“

Vor kurzem haben die Dreharbeiten zur fünften Staffel des „Letzten Bullen“ angefangen. Hier brachten Sie als beratender Produzent Ihre eigenen Ideen mit ein. Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?

„Wir erzählen zum ersten Mal eine in sich abgeschlossene Geschichte, keine Episoden wie bisher. Dadurch erfahren wir viel mehr über Mick und seine Freunde als bisher. Wir sehen wie er lebt, wenn die Arbeit  getan ist und was ihn beschäftigt. Der Blick in die Seele des „Helden“ wird für den Zuschauer viel intensiver und intimer.“

Privat engagieren Sie sich für soziale Projekte und sind zum Beispiel Schirmherr des gemeinnützigen Vereins MENSCHENMÖGLICHES e.V. – warum liegt Ihnen dieses Engagement am Herzen?

„Wenn wir unser Gemeinwesen als Dorf sehen, so verstehen wir, dass es wichtig ist, dass sich die Menschen in diesem Dorf um einander kümmern, sich nicht gleichgültig gegenüber ihrem Nächsten zeigen. Und die Starken helfen den Schwachen. Genau das gelingt dem Verein sehr erfolgreich und ich bewundere den konkreten Einsatz derer, die hier etwas bewirken.“

Der Verein steht unter dem Motto „Medizin braucht Möglichmacher“. Was sind für Sie die überzeugendsten Gründe, aus denen Menschen Möglichmacher werden und anderen Menschen helfen sollten?

„Es ist wohl die Erkenntnis, dass die Starken dereinst selbst einmal auf Hilfe angewiesen sein könnten, sehr wahrscheinlich sogar.“

Wie sieht für Sie der perfekte Tag abseits Ihres Berufslebens aus?

„Ein Tag ohne Pflichten, voller Muße und Genuss und mit viel Lachen, dazu braucht es weder Berge noch Strand, sondern Freunde und Zeit…“

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