Essens Stadtteile im Porträt: Essen-Haarzopf

Das Dorf in der Großstadt

Essen-Haarzopf – Teil der Großstadt Essen und doch Vorstadt. Mitten im Ruhrgebiet und doch dörflich. Diese Diskrepanz zeichnet den Stadtteil im Südwesten von Essen aus. Er schafft es, seinen dörflichen Charakter inmitten des Trubels der Großstadt zu erhalten.

Wir stehen an der zentralen Kreuzung von Haarzopf – im Herzen des Stadtteils. Von hier aus streckt er sich in vier Richtungen aus: Südlich die Raadter Straße, westlich und östlich die Hatzperstraße und nördlich die Humboldtstraße. Wir gehen Richtung Humboldtstraße, zur Neuen Mitte von Haarzopf. „Es ist praktisch, hier viele Geschäfte zu haben, viele Einkaufsmöglichkeiten. Das ist in anderen Vororten eher selten“, sagt Werner Roth, der mit seinem Hund Axel auf einer Bank mitten in der Neuen Mitte sitzt. Die Neue Mitte Haarzopf hat sich seit ihrer Eröffnung 2008 als wichtiger Treffpunkt etabliert. Eine Institution, die dem Dorf Haarzopf etwas Großstadt-Atmosphäre verleiht.

Kiosk ist Heimat – „Zuhause“ bei Mampf‘Fred

Ein Stück weiter finden wir den besten Beweis, dass Ruhrgebietsklischee und Realität doch manchmal gar nicht so weit voneinander entfernt sind: Der Kultkiosk „Bei Mampf’Fred“. Ein Kiosk wie er die Kiosk-Kultur des Ruhrgebiets nicht besser verkörpern könnte. Wie ein frei stehender Container prangt er unübersehbar am großen Kreisverkehr. „Wir haben viel Stammkundschaft und viel Laufkundschaft. Die meisten Kunden kommen schon seit Jahren – kamen schon zu Vaters Zeiten“, erzählt Jessica Kowalke, die den Kiosk vor drei Jahren von ihrem Vater Manfred übernommen hat. Hier trifft man sich, hier kann man sich mit Nachbarn über die kleinen und großen Sorgen des Alltags austauschen. „Viele kommen zum frühstücken her, lesen in aller Ruhe ihre Zeitung oder essen `ne Frikadelle mit Kartoffelsalat eben auf die Schnelle“, sagt Jessica Kowalke. Hier bekommt man alles, was gerade fehlt, alles was man spontan brauchen könnte. Sei es Hundefutter, Spüli, Sahne, Milch, Eier oder frischer Kaffee. „Der ist ganz wichtig für auf‘e Hand. Mit `nem kleinen Imbiss dabei“, sagt die Besitzerin, denn sie weiß, was die Haarzopfer wollen. Die nah gelegene Neue Mitte stellt für ‚Mampf`Fred‘ keine Konkurrenz dar. Dafür ist der Kiosk viel zu etabliert, viel zu alteingesessen, viel zu sehr Kult bei den Haarzopfern. „Eine gemischte Tüte für 1 Euro“, hören wir ein Kind, bevor wir uns auf den Rückweg zur zentralen Kreuzung von Haarzopf machen.

Alteingesessen und neu gebaut – Haarzopf hat viele Facetten

Von hier aus machen wir einen kurzen Abstecher zur ältesten Imbissbude von Haarzopf, die ‚Imbisserié Melandis‘, wie sie sich nobel nennt. Gyros, Pizza, Currywurst – das Melandis bietet alles, was man sich von einer klassischen Imbissbude wünscht. Und das entweder schnell zum Mitnehmen, im gemütlichen Lokal oder Biergarten. Genauso etabliert wie der Kultikiosk ‚Mampf’Fred‘ stellen diese beiden Adressen einen schönen Kontrast zur neu gebauten Neuen Mitte dar.

Ein Stück Westernidylle wie im Bilderbuch

Haarzopf ist eine ehemalige Bauernschaft, die sich vor allem durch die Farbe Grün auszeichnet. Und davon wollen wir uns selbst überzeugen. Raus aus dem Zentrum von Haarzopf geht es vorbei an Wiesen und Feldern. Strahlend blauer Himmel, weitläufige grüne Wiesen – eine Atmosphäre ein bisschen wie im Urlaub. Doch wir befinden uns noch immer in Essen-Haarzopf, auf der ‚Round up Ranch‘. „Hier kommen Leute her, die dem Westernhobby fröhnen. Viele sind überrascht, so einen Ort mitten in einer Großstadt zu finden“, sagt Udo Butza, der die 14 Hektar große, private Freizeitanlage seit 1984 zusammen mit seiner Frau führt. Aus der warmen Sonne betreten wir das dunkle Reiterstübchen, den ‚Saloon‘ wie er hier zunftgemäß hier genannt wird. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehen sie einen Raum in bester Country-Manier, in bester Westernromantik. „Das ist hier Jäger und Sammler“, sagt Udo Butza und meint damit die vielen typischen Accessoires, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben und den Saloon so gemütlich machen. Neben Hobbyreitern hat sich der Hof dem heilpädagogischen Voltigieren und Reiten verschrieben. „Vor drei Jahren haben wir hier eine Aktion ins Leben gerufen, ursprünglich für ein an Leukämie erkranktes Kind“, erzählt Anne Sümlik, die ehrenamtlich für diese Aktion zuständig ist. Die staatlich geprüfte Sportlehrerin und Reit- und Voltigierpädagogin arbeitet mit physisch, psychisch oder krebskranken Kindern, die mit ihren Familien auf den Hof kommen und in dieser Zeit ihre Krankheit vergessen können. Dafür steht das speziell ausgebildete Pony Cindy zur Verfügung, dessen Unterhalt über Spenden finanziert wird. „Hier lernen die Kinder das Leben auf dem Bauernhof kennen – und das so nahe der Großstadt. Pferde und Reiten kann bei Kindern mit psychischen Erkrankungen ganz viel bewirken. Hier können die Kinder einfach Kind sein“, sagt die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Die ‚Round up Ranch‘ ist kein kommerzieller Betrieb und das wollen sie auch nicht sein. „Wir sind eine Oase für Menschen, die bedürftig sind und Tiere, die bedürftig sind“, sagt Anne Sümlik in Bezug darauf, dass die Ranch schon viele Pferde vor dem Abdecker gerettet hat.

‚Die Round up Ranch‘ ist das beste Beispiel für Haarzopf. Idyllisch, weitläufig und vor allem eins: GRÜN. So präsentiert sich Essen-Haarzopf und das so nahe des Trubels der Großstadt.

 

Essen-Haarzopf – Teil der Großstadt Essen und doch Vorstadt. Mitten im Ruhrgebiet und doch dörflich. Diese Diskrepanz zeichnet den Stadtteil im Südwesten von Essen aus. Er schafft es, seinen dörflichen Charakter inmitten des Trubels der Großstadt zu erhalten.

Wir stehen an der zentralen Kreuzung von Haarzopf – im Herzen des Stadtteils. Von hier aus streckt er sich in vier Richtungen aus: Südlich die Raadter Straße, westlich und östlich die Hatzperstraße und nördlich die Humboldtstraße. Wir gehen Richtung Humboldtstraße, zur Neuen Mitte von Haarzopf. „Es ist praktisch, hier viele Geschäfte zu haben, viele Einkaufsmöglichkeiten. Das ist in anderen Vororten eher selten“, sagt Werner Roth, der mit seinem Hund Axel auf einer Bank mitten in der Neuen Mitte sitzt. Die Neue Mitte Haarzopf hat sich seit ihrer Eröffnung 2008 als wichtiger Treffpunkt etabliert. Eine Institution, die dem Dorf Haarzopf etwas Großstadt-Atmosphäre verleiht.

Kiosk ist Heimat – „Zuhause“ bei Mampf‘Fred

Ein Stück weiter finden wir den besten Beweis, dass Ruhrgebietsklischee und Realität doch manchmal gar nicht so weit voneinander entfernt sind: Der Kultkiosk „Bei Mampf’Fred“. Ein Kiosk wie er die Kiosk-Kultur des Ruhrgebiets nicht besser verkörpern könnte. Wie ein frei stehender Container prangt er unübersehbar am großen Kreisverkehr. „Wir haben viel Stammkundschaft und viel Laufkundschaft. Die meisten Kunden kommen schon seit Jahren – kamen schon zu Vaters Zeiten“, erzählt Jessica Kowalke, die den Kiosk vor drei Jahren von ihrem Vater Manfred übernommen hat. Hier trifft man sich, hier kann man sich mit Nachbarn über die kleinen und großen Sorgen des Alltags austauschen. „Viele kommen zum frühstücken her, lesen in aller Ruhe ihre Zeitung oder essen `ne Frikadelle mit Kartoffelsalat eben auf die Schnelle“, sagt Jessica Kowalke. Hier bekommt man alles, was gerade fehlt, alles was man spontan brauchen könnte. Sei es Hundefutter, Spüli, Sahne, Milch, Eier oder frischer Kaffee. „Der ist ganz wichtig für auf‘e Hand. Mit `nem kleinen Imbiss dabei“, sagt die Besitzerin, denn sie weiß, was die Haarzopfer wollen. Die nah gelegene Neue Mitte stellt für ‚Mampf`Fred‘ keine Konkurrenz dar. Dafür ist der Kiosk viel zu etabliert, viel zu alteingesessen, viel zu sehr Kult bei den Haarzopfern. „Eine gemischte Tüte für 1 Euro“, hören wir ein Kind, bevor wir uns auf den Rückweg zur zentralen Kreuzung von Haarzopf machen.

Alteingesessen und neu gebaut – Haarzopf hat viele Facetten

Von hier aus machen wir einen kurzen Abstecher zur ältesten Imbissbude von Haarzopf, die ‚Imbisserié Melandis‘, wie sie sich nobel nennt. Gyros, Pizza, Currywurst – das Melandis bietet alles, was man sich von einer klassischen Imbissbude wünscht. Und das entweder schnell zum Mitnehmen, im gemütlichen Lokal oder Biergarten. Genauso etabliert wie der Kultikiosk ‚Mampf’Fred‘ stellen diese beiden Adressen einen schönen Kontrast zur neu gebauten Neuen Mitte dar.

Ein Stück Westernidylle wie aus dem Bilderbuch

Haarzopf ist eine ehemalige Bauernschaft, die sich vor allem durch die Farbe Grün auszeichnet. Und davon wollen wir uns selbst überzeugen. Raus aus dem Zentrum von Haarzopf geht es vorbei an Wiesen und Feldern. Strahlend blauer Himmel, weitläufige grüne Wiesen – eine Atmosphäre ein bisschen wie im Urlaub. Doch wir befinden uns noch immer in Essen-Haarzopf, auf der ‚Round up Ranch‘. „Hier kommen Leute her, die dem Westernhobby fröhnen. Viele sind überrascht, so einen Ort mitten in einer Großstadt zu finden“, sagt Udo Butza, der die 14 Hektar große, private Freizeitanlage seit 1984 zusammen mit seiner Frau führt. Aus der warmen Sonne betreten wir das dunkle Reiterstübchen, den ‚Saloon‘ wie er hier zunftgemäß hier genannt wird. Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, sehen sie einen Raum in bester Country-Manier, in bester Westernromantik. „Das ist hier Jäger und Sammler“, sagt Udo Butza und meint damit die vielen typischen Accessoires, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben und den Saloon so gemütlich machen. Neben Hobbyreitern hat sich der Hof dem heilpädagogischen Voltigieren und Reiten verschrieben. „Vor drei Jahren haben wir hier eine Aktion ins Leben gerufen, ursprünglich für ein an Leukämie erkranktes Kind“, erzählt Anne Sümlik, die ehrenamtlich für diese Aktion zuständig ist. Die staatlich geprüfte Sportlehrerin und Reit- und Voltigierpädagogin arbeitet mit physisch, psychisch oder krebskranken Kindern, die mit ihren Familien auf den Hof kommen und in dieser Zeit ihre Krankheit vergessen können. Dafür steht das speziell ausgebildete Pony Cindy zur Verfügung, dessen Unterhalt über Spenden finanziert wird. „Hier lernen die Kinder das Leben auf dem Bauernhof kennen – und das so nahe der Großstadt. Pferde und Reiten kann bei Kindern mit psychischen Erkrankungen ganz viel bewirken. Hier können die Kinder einfach Kind sein“, sagt die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Die ‚Round up Ranch‘ ist kein kommerzieller Betrieb und das wollen sie auch nicht sein. „Wir sind eine Oase für Menschen, die bedürftig sind und Tiere, die bedürftig sind“, sagt Anne Sümlik in Bezug darauf, dass die Ranch schon viele Pferde vor dem Abdecker gerettet hat.

‚Die Round up Ranch‘ ist das beste Beispiel für Haarzopf. Idyllisch, weitläufig und vor allem eins: GRÜN. So präsentiert sich Essen-Haarzopf und das so nahe des Trubels der Großstadt.

Infobox / Spendenaufruf:

Am Ende des Sommers läuft das Sponsoring, über das das Pony Cindy finanziert wird, aus. Neue Sponsoren werden gesucht. Fühlen Sie sich berufen? Dann nehmen Sie Kontakt auf.

Förderkreis Ruhrlandschule e.V.

Tel: 0201-705023

Bankverbindung: Sparkasse Essen
BLZ: 36050105 Konto: 8421547 (Spenden sind nach §5 Abs.1 Nr.9 des KSTG absetzbar)

Adressen

  • Neue Mitte Haarzopf , Nähe Hatzper Straße

  • Kultkiosk “bei ‚Mampf‘Fred“, Inhaber: Jessica Kowalke, Humboldtstr. 190, Telefon 0201 710 823

  • Älteste Imbissbude („Imbisserie“) Melandis, Raadter Str. 1A, 0201 – 713206

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