Alter erleben
Die Herausforderung der Altersmedizin

Alter erleben

Immer mehr betagte Menschen und eine schrumpfende Gesamtbevölkerung zählen zu den größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Dennoch hat sich der Gesundheitszustand der älteren Generation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Selbst im fortgeschrittenen Lebensalter erfreuen sich viele Senioren noch relativ guter Gesundheit. Dadurch können und wollen sie aktiv sein – das Leben genießen, ausgedehnte Reisen unternehmen, ein Seniorenstudium aufnehmen.

Die Herausforderungen der Altersmedizin

Typische altersbedingte Beschwerden treten heute in der Regel erst nach dem 80. Lebensjahr auf. In dieser Altersgruppe steigt die Anzahl gleichzeitig vorliegender behandlungsbedürftiger Erkrankungen. Verbreitet sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine, gefolgt von den Krebserkrankungen.

Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine, gefolgt von den Krebserkrankungen.

An Diabetes mellitus leiden 20 Prozent der über 70-Jährigen und auch die obstruktiven Ventilationsstörungen (z. B. chronische Bronchitis) kommen häufig vor. Die große Herausforderung der Altersmedizin ist eine richtige Einordnung und Bewertung einer Vielzahl an gleichzeitig vorliegenden Erkrankungen. Denn nur so lässt sich für den einzelnen Patienten ein optimales Behandlungskonzept erstellen. Die allgemein verfügbaren Leitlinien in der Medizin stoßen hier als Hilfestellung an ihre Grenzen.

Autonomie verbessern

Alterstypische Probleme wie Gangstörungen, eingeschränkte Mobilität, die eingeschränkte Fähigkeit sich selbst zu versorgen bzw. sein Leben selbstständig zu führen, Pflegebedürftigkeit, Probleme der Hirnleistung, des Seh- und Hörvermögens und der Nahrungsaufnahme sowie Appetitverlust werden darüber hinaus in den Leitlinien nicht adäquat berücksichtigt und sind zusätzliche Schwerpunkte. Diese funktionellen Beeinträchtigungen wirken sich auf die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit des einzelnen alten Menschen aus. Der Bedarf an Unterstützung wächst und die Autonomie kann nach und nach verloren gehen. Um gerade dieses Risiko zu reduzieren, hat sich in der Medizin das Spezialgebiet der Altersmedizin bzw. Geriatrie entwickelt.

Das Spezialgebiet der Altersmedizin

Ziele der Altersmedizin sind neben der Behandlung „klassischer“ Erkrankungen, gerade die funktionellen Probleme und deren Auswirkungen auf die Lebensführung alter Menschen frühzeitig zu erkennen und durch entsprechende Behandlungsangebote zu vermeiden. Daher verfügt die Altersmedizin im stationären Bereich über ein umfassendes Spektrum an medizinischen und therapeutischen Diagnose und Behandlungsverfahren.

Altersbedingte Erkrankungen gilt es frühzeitig zu erkennen, denn sie wirken sich negativ auf die gesamte Lebensführung aus.

Neben der klassischen medizinischen Abklärung wie Anamneseerhebung und körperliche Untersuchung, Ultraschall, Röntgen und Endoskopieverfahren werden auch im Rahmen eines sogenannten geriatrischen Assessments die verbliebene Leistungsfähigkeit, Ernährungszustand, funktionellen Reserven wie auch die Hirnleistung eingeschätzt. Ein weiterer wichtiger Bereich der Altersmedizin ist die Analyse und Anpassung der verordneten Medikation. Die Erfahrung zeigt, dass viele ältere Menschen eine Vielzahl von Medikamenten erhalten, die im Einzelfall in der Regel gut begründet verordnet werden, in der Summe jedoch durch gegenseitige Beeinflussung auch wieder Probleme erzeugen können.

Geriatrische Versorgung an den Kliniken Essen-Mitte

Eine umfassende altersmedizinische Versorgung gewährleistet an den Kliniken Essen-Mitte ein 80 Betten umfassender stationärer Behandlungsbereich sowie eine Tagesklinik mit insgesamt 15 Plätzen. Im stationären Bereich behandeln wir akut medizinische Probleme begleitet von aktivierender Pflege, Krankengymnastik und Ergotherapie. Diese teamorientierte Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen führt bei der Mehrzahl der Patienten zu einer deutlichen Verbesserung der Funktionalität, ermöglicht vielen, wieder in ihre häusliche Umgebung zurückkehren zu können.

Die Kliniken Essen-Mitte unterstützen Sie bei der Pflege von Angehörigen.

Viele Familien sind mit der akuten Erkrankung eines älteren Familienmitgliedes überfordert, da Abhängigkeiten und Pflegebedarf bestehen. Hier hilft, unterstützt und berät der Sozialdienst der Klinik. Zwei Mitarbeiterinnen bieten täglich Sprechstunden an und unterstützen bei der Rückkehr in die häusliche Umgebung, bei der Organisation von Pflegediensten, der Einleitung von Vorsorgevollmachten oder gerichtlichen Betreuungen, helfen bei der Beantragung einer Pflegestufe und unterstützen die Überleitung in ein Pflegeheim.

Ein ganzheitliches Leistungsspektrum

Weiterhin stehen im Zentrum für Altersmedizin 15 teilstationär tagesklinische Behandlungsplätze zur Verfügung. Die Aufnahme in die Tagesklinik erfolgt oft im Anschluss an eine vollstationäre geriatrische Behandlung, um das erzielte Behandlungsergebnis nachhaltig zu stabilisieren. Viele Patienten werden auch direkt vom Hausarzt in die Tagesklinik eingewiesen, um sich einer altersspezifischen Abklärungsuntersuchung zu unterziehen und gleichzeitig an einer entsprechend geriatrischrehabilitativen Behandlung teilzunehmen. Die Patienten werden werktags mit einem Taxi kostenlos zu Hause abgeholt und nachmittags zurück gebracht. Neben der medizinischen Behandlung erfolgen intensive krankengymnastische und ergotherapeutische Behandlung. Die Patienten erhalten Mittagessen und haben auch Gelegenheit, eine Mittagsruhe einzuhalten.

Hand in Hand arbeiten

Ganz wichtig bei der Versorgung älterer Menschen ist die intensive Zusammenarbeit mit Hausärzten, ambulanten Diensten und Seniorenheimen. Dies ist durch zeitnahes Erstellen von Arztbriefen, Überleitungsbögen sowie telefonischem Austausch mit umgehender Übermittlung der wichtigsten Patientendaten sowie regelmäßige Fortbildungen im Zentrum für Altersmedizin fest etabliert.

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