Der eigene Beitrag zur Genesung, zur Krankheitsbewältigung und zur Prävention: Mit Sport und Bewegung aktivieren Krebspatienten neue Ressourcen. Gleichzeitig lässt sich so das Rezidiv-Risiko (ein Wiederauftreten von Krebs) deutlich senken.
Aktiv bleiben!
Ein Motto, das sich jeder zu Herzen nehmen sollte. Bettruhe macht krank; schon nach wenigen Tagen gehen Muskeln deutlich zurück. „Der Wiederaufbau dauert 68-mal länger als der Rückgang der Muskeln“, erklärt Diplom- Oecotrophologin Sabine Conrad von den Kliniken Essen-Mitte. Also: Keine Schonung, sondern so bald wie möglich wieder aktiv werden. Das gilt auch – und vor allem – für Krebspatienten. „Der Körper ist schon geschwächt und indem sie darauf achten, vorhandene Fähigkeiten nicht zu verlieren, leisten Patienten einen großen Beitrag zur eigenen Genesung“, so Conrad. „Darüber hinaus müssen sie dann nicht noch mehr Kraft aufwenden, einmal Verlorenes wieder aufzubauen.“ Leichte Aktivität reicht meist schon aus und je nach Befindlichkeit ist z. B. zwischen zwei Chemotherapien mehr gar nicht möglich. Der Nutzen für die Seele ist mindestens genauso hoch wie der für den Körper. Mit ein bisschen Bewegung kommt Abwechslung in den Alltag und auch die Stimmungskurve zeigt gleich wieder nach oben. Sabine Conrad ergänzt: „Auch lassen sich Schmerzen und die Fatigue, ein Erschöpfungssyndrom unter dem Krebspatienten oft leiden, durch Sport lindern.“
Doch was kann man zu Hause machen? „Ein Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin ist Qi Gong. Die Übungen können ohne große körperliche Anstrengung durchgeführt werden“, schlägt Sabine Conrad vor. Auf das sanfte Körpertraining Qi Gong – das heißt so viel wie „beharrliche Pflege der Seele“ – haben schon chinesische Kaiser vertraut. Eine der „Acht Edlen Übungen“ (auch acht Brokate genannt) stellen wir Ihnen hier vor.
Den Himmel mit den Händen stützen
Ausgangsstellung: Füße hüftbreit auseinander, Knie leicht gebeugt, Blick gerade nach vorn
Reguliere den Atem
Hände vor dem Körper ineinander verschränken, Innenseiten zeigen nach oben. Innerhalb einer ausladenden Bewegung einen Halbkreis ziehen, bis etwa auf Brusthöhe.
Beruhige den Geist
Mit nach oben gewandten Außenseiten die Hände wieder in die Ausgangsposition sinken lassen.
Stütze den Himmel
Erneut eine ausladende kreisförmige Bewegung mit den Armen vollziehen, diesmal die verschränkten Hände bis über den Kopf heben.
Teile die Wolken
Dann trennen sich die Hände…
Und lass‘ die Sonne in dein Herz
…um in einer langsamen, fließenden Bewegung vor dem Körper wieder zueinander zu finden. Die Übung kann jetzt wiederholt werden.








