Mit sich selbst im Reinen sein
Fit in den Frühling

Mit sich selbst im Reinen sein

Du bist, was du isst – eine zeitlose Weisheit. Falsche und einseitige Ernährung bestraft der Körper. Die Folgen können Sodbrennen, Blähungen, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit sein. Wie auch in Stresssituationen, entstehen beim Genuss ungesunder Lebensmittel Säuren, die sich u. a. im Binde- und Zwischenbindegewebe ablagern. Der Körper wird „sauer“, leidet und verliert auf Dauer lebenswichtige Mineralstoffe.

zuviel Kaffee und Alkohol, zu wenig Wasser, häufiger Fleischgenuss, viel Fettiges und Süßes – aber auch ein Mangel an Bewegung und frischer Luft verursachen auf Dauer einen gestörten Säure-Basen-Haushalt und damit eine Verschlackung des Körpers. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit locken die warme Stube und ein Überangebot an fetten Speisen und Süßigkeiten. Alles, was wir zu uns nehmen, wird in Energie, körpereigene Zellen und Stoffwechsel(end)produkte umgewandelt. Ersteres treibt uns an, Letzteres entsorgen Darm, Nieren, Haut und Lunge. Doch überflüssige Säuren überfordern die Organe, werden deshalb zwischengelagert bis eine Ausscheidung möglich ist. Passiert dies nicht, sondern kommen nur immer mehr Säuren hinzu, kann der Vitamin- und Mineralienhaushalt durcheinander geraten.

Besseres Hautbild, nachlassende Schmerzen

„Wir können die Ausscheidung der Säuren unterstützen“, weiß Sabine Conrad, Diplom-Oecotrophologien an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte. „Indem wir viel Wasser trinken, denn Wasser ist das beste Transport- und Lösungsmittel der Welt.“ Eine angenehme Art, diese Empfehlung umzusetzen, ist die Heißwasser-Trinkkur. Einfach einen Liter gekochtes Wasser in eine Thermoskanne füllen und portionsweise über den Vormittag verteilt trinken. Am besten, so Conrad, sollte der Körper gar nicht erst mit unnötigen Säuren belastet und ihm zwischendurch eine „Auszeit“ gegönnt werden. „Das soll nicht heißen, ganz auf das Essen zu verzichten. Und wenn, dann ist sogenanntes Heilfasten immer unter ärztlicher Beobachtung vorzunehmen“, rät die Expertin. Vielmehr sei es sinnvoll, etwa einmal wöchentlich einen Entlastungstag einzulegen. Im Sommer kann das ein „Früchtetag“ sein, wobei ca. eineinhalb Kilogramm reifes Obst über den Tag verzehrt werden, im Winter bietet sich ein Kartoffel- oder Reistag an. Beides, so Conrad, sei sehr basisch und gut mit Obst und Gemüse kombinierbar. Nach der Devise „Entquellen, Entsalzen, Entstauen“, solle man bei der Zubereitung auf Salz verzichten und Kräuter und Gewürze nutzen. „Das regt die Durchblutung der Schleimhäute an und stimuliert die Gallenproduktion“, erklärt die Diplom-Oecotrophologin. Auch Bitterstoffe aus Chicorée, Radicchio, Grapefruit und Kräutertees sind dabei sehr hilfreich. Schon nach einigen Wochen stelle sich ein spürbarer und sichtbarer Effekt ein – vom besseren Hautbild über mehr Leistungsfähigkeit bis hin zu nachlassenden Gelenk- und Kopfschmerzen.

Von Heilerde und Leberwickel

Um fit zu werden und zu bleiben, bieten sich zahlreiche Hausmittel an. So lässt sich auch eine zu starke Magensäureproduktion ohne Medikamente auf natürliche Weise hemmen – mit feinster Heilerde. „Einfach in Wasser einrühren und trinken. Aufgrund seiner großen Oberfläche kann Heilerde Gärungsund Fäulnisbakterien binden und verspricht kurzfristig Linderung“, weiß Sabine Conrad. Und um die Aktivität der Leber als Entgiftungsorgan zu unterstützen, empfiehlt die Naturheilkunde-Expertin ein weiteres Hausmittel: „Für die Leberauflage benötigt man zunächst ein Leinentuch, das mit heißem Wasser, zum Beispiel aus dem Wasserkocher angefeuchtet wird. Alternativ ist auch ein Waschlappen geeignet. Das Tuch auf die Lebergegend legen, darüber eine Wärmflasche und abschließend ggf. ein trockenes Tuch deponieren.“ So sollte man liegend ein halbes Stündchen ruhen und die feuchte Wärme wirken lassen.

Eine gesunde Heißgetränk-Alternative zu Kaffee ist Sabine Conrad zufolge Kräutertee. „Gute Teemischungen gibt es im Handel und können, wie der Frühlingskurtee, auch ganz leicht selbst hergestellt werden“, so die Ernährungsexpertin. Optimale Ergänzung zur gesunden Ernährung ist Bewegung an der frischen, sauerstoffreichen Luft. Lunge und Haut atmen so CO2 ab. Beim Schwitzen werden darüber hinaus Giftstoffe aus den Poren geschwemmt. „Es ist nie zu spät, aktiver und gesünder zu leben“, resümiert Conrad. So ergab eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln, dass der Lebensstil stärkeren Einfluss auf Gesundheit und Leistung hat als biologische Alterung.

Rezept für den Frühlingskurtee

1 L Wasser
1 EL Mungobohnen
1 TL getrocknete Minze oder Spritzer Zitronensaft
Aufkochen, bei geringer Hitze 1/2 Stunde köcheln lassen, sieben und über den Tag verteilt trinken
Wirkung: Minze öffnet kleinste Energiebahnen im Körper, Mungobohne leiten nach unten aus – besonders Toxine aus der Leber

Vorschlag für den Kartoffeltag

Morgens: kleiner Obstsalat
Mittags: 400 g Pellkartoffeln, 200 g Gemüse nach Belieben
Abends: 200 g Pellkartoffeln, 200 g Gemüse nach Belieben
Zwischendurch: Viel Mineralwasser, Kräutertee, evtl. ein Gemüsesmoothie

Vorschlag für den Reistag:

Morgens, mittags und abends je 80 g gekochten Naturreis, dazu 1 Apfel (oder Gemüse)
Zwischendurch: Viel Mineralwasser, Kräutertee, evtl. ein Gemüse-Obst-Smoothie

1 Kommentar

  1. Waltraud Stein 03.02.2012 | 21:04 Uhr

    Der Artikel “Mit sich selbst im Reinen sein” gefällt mir sehr gut. Endlich einmal gute Tipps, die leicht umzusetzen sind und nicht so kompliziert klingen.

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