Schönes Wetter macht Spaß – am See liegen, Radfahren, gesellige Abende am Grill – aber hohe Temperaturen belasten den menschlichen Organismus. Da ist ein erholsamer Schlaf ein Muss, nur so kann neue Energie getankt werden. Wäre da nicht das sommernächtliche Herumwälzen und Wachliegen. Stunde um Stunde hört man jedes Außengeräusch: Vorbeifahrende Autos, das Bellen des Nachbarhundes. Der Wecker tickt erbarmungslos. Man ist geschafft, aber die Nacht bringt keine Ruhe.
Zur Hitze kommt die Kürze der Nacht
Der menschliche Körper liebt kühle Nächte, keine schwülen. Daher bedeuten Sommernächte oft keinen guten Schlaf. Zur Hitze kommt die Kürze der Nacht: Morgens ist es früh wieder hell, viel zu früh – Helligkeit signalisiert dem menschlichen Gehirn: Zeit zum Aufwachen. Auch die fehlende Abkühlung des Körpers, die normalerweise stattfindet, ist ein Grund für Schlaflosigkeit. Wenn das körpereigene Kühlsystem nicht funktioniert, klappt es mit dem Ruhen nicht. „Die Schlafqualität ist von vielen äußeren Faktoren abhängig: Räumlichkeit, das richtige Bett insbesondere Matratze und Bettzeug, Lärm, Helligkeit, Luftfeuchtigkeit und die Raumtemperatur“, erklärt Karin Nordheim von der Klinik für Pneumologie, Allergologie und dem Zentrum für Schlafmedizin der Kliniken Essen-Mitte.
Es empfiehlt sich, den Schlafraum tagsüber abzudunkeln und die Fenster geschlossen zu halten
Sie rät: „Das Schlafzimmer sollte so kühl wie möglich gehalten werden. Es empfiehlt sich, den Schlafraum tagsüber abzudunkeln und die Fenster geschlossen zu halten. Vor dem Schlafen sollte dann gut gelüftet und die Fenster über Nacht offen gelassen werden.“ Als Decke empfiehlt sie ein dünnes Baumwolllaken statt einer dicken Bettdecke. Zudem sollte der hitzegestresste Körper nicht zusätzlich belastet werden: „Nach 18.00 Uhr sollten keine schwerverdaulichen, zu scharfen und heißen Mahlzeiten mehr gegessen werden.“ Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig: „ Am besten Mineralwasser, Kräutertee oder Saftschorlen.“ Auch der Schlaf im Dunkeln ist bedeutend: Wenn es draußen hell wird, lässt die Wirkung des Schlafhormons Melatonin nach. Es sorgt für den nächtlichen Schlafrhythmus und löst viele wichtige Aktivitäten aus.
Schlafstörungen im Sommer – jeder Dritte Deutsche leidet
Betroffen von den sommerlichen Schlafstörungen sind viele: Jeder dritte Deutsche leidet. So schön Sommer, Sonne und warme Temperaturen auch sind, in der Nacht wünschen sich viele davon verschont zu bleiben. Frauen leiden stärker unter den Hitzenächten als Männer, junge Menschen mehr als ältere. Je nach Schlaftyp benötigt der Mensch fünf bis zehn Stunden Schlaf jede Nacht. Schlaflose Nächte zeigen ihre Folgen am nächsten Tag: Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche. „Nicht erholsamer Schlaf beeinträchtigt auf Dauer die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit“, erklärt Karin Nordheim. Gutes Ein- und Durchschlafen ist Voraussetzung für die Gesundheit des Menschen. Aber wichtig zu wissen ist, dass man im Sommer generell etwas weniger Schlaf benötigt als im Winter. Durch die längeren Tage und die geringere Ausschüttung des Müdigkeitshormons Melatonin verkürzt sich das Pensum um ca. eine Stunde. „Also „cool“ bleiben, wenn es doch mal eine schlaflose Nacht gibt“, rät die Schlafexpertin.








